FAKTEN

Frankfurt am Main, 15. Februar 2017

 

DB Cargo AG


Fragwürdiger Sinneswandel
des Gesamtbe
triebsrates

 

Am 13. Februar 2017 hat der Gesamtbetriebsrat DB Cargo dem Interessenausgleich aus dem Projekt ZuBa@DBCargo in einer außerordentlichen Sitzung – ohne die Stimmen der GDL – die Zustimmung erteilt. Noch vor wenigen Tagen hatte dasselbe Gremium das Programm rundweg abgelehnt und als „Sargnagel“ für die Güterbahn bezeichnet. Dieser bemerkenswerte Sinneswandel, eine Drehung um 180 Grad, wirft Fragen auf. Dies gilt umso mehr, als der GBR, der noch vor wenigen Wochen „zu machtvollen Protestkundgebungen“ aufgerufen hatte und seinen Worten nun Taten folgen lassen könnte, die Beschäftigten damit eiskalt im Regen stehen lässt.
Woher also kommt der Stimmungswandel?
• Haben sich die Abbauzahlen verringert? Nein!
• Wird die Güterbahn nun endlich funktionieren? Nein!
• Wird man zukünftig mehr Verkehr auf die Schiene bewegen? Nein!

Was hat dann der GBR davon? Diese Frage mag jeder für sich selbst beantworten. Klar ist aber: Er hat, aus welchen Gründen auch immer, falsch entschieden. Vor allem weil weiter öffentlich in Interviews verkündet wird, dass man den Sanierungskurs ablehnt, aber hinter geschlossenen Türen trotzdem zustimmt!
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Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer • Baumweg 45 • 60316 Frankfurt am Main

REPORT

Frankfurt am Main, 5. Mai 2017


Deutsche Bahn


Freizeit ist unbezahlbar!

 

Die DB Fernverkehr AG startet erneut ein Programm, um Überstunden in Langzeitkonten zu übertragen. Dazu werden einmalige finanzielle Anrei-ze geschaffen, um die Beschäftigten zu ködern. Auch die DB Regio AG arbeitet an einer entsprechenden Aktion. Danach wird die DB Cargo AG mit einer ähnlichen Maßnahme wohl auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.

 

Ziel der Transportgesellschaften ist es, Überstunden oder Urlaubstage in Langzeitkonten zu verschieben. Die Arbeitszeit, die in Langzeitkonten übertragen wird, wird dort nicht als Zeit, sondern in einem Geldbetrag geführt. Wenn die Entnahme durch den Arbeitnehmer erfolgt, wird das Geld wieder in Zeit umgerechnet. Man erhält dann die Freizeit, die dem Geldbetrag entspricht. Von 2007 bis 2018 hat die GDL den Stundenlohn der Lokomotivführer von rund 13 Euro auf fast 21 Euro entwickelt. Wer glaubt, das mit Zinsen oder Bonuszahlungen jemals einholen zu können, der irrt. Vor allem aber: Belastung kann nicht mit Geld abgegolten werden, sondern nur mit Erholung und Freizeit. Ab dem kommenden Jahr müssen im Jahresruhetagsplan für Lokomotivführer (inklusive Lokrangierführer) und Zugbegleiter, die ihre Tarifbindung an den Flächentarifvertrag BuRa-ZugTV angezeigt haben, Freizeitblöcke zum Abbau von Überstunden verbindlich eingeplant werden. Für die Planung gelten die gleichen Grundsätze wie für die Urlaubsplanung. Genau das macht dem Arbeitgeber Angst! Er muss dann nämlich die Zeit zurückgeben, die er zuvor abverlangt hat.

 

Das Zugpersonal hat mit seiner GDL in den letzten Jahren stark und erfolgreich für eine echte Belastungsreduktion gekämpft. Das haben auch der Agv MoVe und die DB AG mit ihren Transportgesellschaften letztendlich anerkannt und unterschrieben. Nun ist es an der Zeit für das Zugpersonal, Freizeitausgleich und Urlaub zur Erholung und Regeneration zu nutzen und nicht für eine „Schachtel Zigaretten“ die Umsetzung auf Jahre hinaus in das Langzeitkonto zu verschieben. Deswegen bleibt es dabei: Belastungssenkung ist nicht verkäuflich, so gern dies die Arbeitgeber auch möchten. Freizeit für Lebensqualität für das Zugpersonal ist unbezahlbar!


Mehr Plan, mehr Leben
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Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer • Baumweg 45 • 60316 Frankfurt am Main

Frankfurt am Main, 21. April 2017


BuRa-ZugTV Agv-MoVe


Wahlrecht ausüben!


Mit dem Tarifabschluss vom 10. März 2017 vereinbarte die GDL für die Arbeitnehmer im Geltungsbereich der GDL-Tarifverträge ein Wahlrecht. Es ist möglich, entweder in der bereits 2015 vereinbarten abgesenkten Arbeitszeit von durchschnittlich 38 Stunden pro Woche zu verbleiben oder die bisherige durchschnittliche 39-Stunden-Woche mit zusätzlich sechs Tagen mehr Urlaub, ab 1. Januar 2018 zu nutzen. In beiden Modellen bleibt die Höhe des Entgelts unverändert, weil sie zeitlich gleichwertig sind. In dem Anschreiben, dass die Arbeitnehmer des Zugpersonals bereits bekommen haben oder das sie in Kürze erhalten, sind diese Alternativen als Modell „Arbeitszeitabsenkung" beziehungsweise „Zusätzlicher Erholungsurlaub" bezeichnet.


Mit Arbeitszeit-Regelungen, die die GDL vereinbart hat, besteht ab 1. Januar 2018 für alle Arbeitnehmer im Geltungsbereich der GDLTarifverträge Anspruch auf einen Jahresruhetagsplan. Mit diesem wird der Urlaub fest und verlässlich verplant. Somit kann auch der zusätzliche Urlaub im Modell 39/6 verbindlich geplant werden. Theoretisch ist es auch möglich, weiterhin im Durchschnitt 39 Stunden pro Woche zu arbeiten und dafür ein um rund 2,6 Prozent erhöhtes Entgelt ab 1. Januar 2018 zu bekommen (Modell „Entgelterhöhung"). Diese Möglichkeit besteht bereits seit vielen Jahren im Rahmen des Vollzeit-Korridors. Genau genommen wird damit nur das individuelle Jahresarbeitszeitsoll erhöht, was zu einer Erhöhung des Entgelts führt.


Ganz unabhängig von der persönlichen Entscheidung ist es jedoch von großer Bedeutung, aktiv eine Wahl zu treffen. Der Arbeitgeber hat dazu alle Beschäftigten angeschrieben und darin einen Vordruck beigefügt, mit dem das Wahlrecht ausgeübt werden kann. Macht ein Arbeitnehmer von seinem Wahlrecht keinen Gebrauch, legt der Arbeitgeber ein Modell fest. Das Wahlrecht muss bis spätestens 30. Juni 2017 (Eingang beim Arbeitgeber) ausgeübt sein. Im ersten Halbjahr jedes Jahres können Arbeitnehmer ihre Wahl für das Folgejahr ändern. Ganz unabhängig von der individuellen Entscheidung bleibt die Tarifbindung an die GDL-Tarifverträge in jedem Fall erhalten.
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Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer • Baumweg 45 • 60316 Frankfurt am Main

Frankfurt am Main, 20. Februar 2016

DB Cargo AG


GBR zementiert Personalabbau

 

Am Jahresende 2016 ist die Anzahl der Überstunden bei Lokomotivführern der DB Cargo AG erneut um knapp 12 000 Stunden gestiegen – trotz Ausbezahlung und Übertragung in Langzeitkonten, aber vor allem trotz Leistungsverlagerungen von DB Cargo auf dritte Güterverkehrsunternehmen. Doch jetzt sollen erneut knapp 400 Vollzeitstellen im Bereich Lokomotivführer der DB Cargo abgebaut werden. Diese Maßnahme ist Teil des Projektes ZuBa@DBCargo, mit dem der Güterverkehr im DB Konzern wieder profitabel gemacht werden soll. Die Führung von DB Cargo will also – trotz Verkehrszunahme im Güterverkehr und schon heute tatsächlich existierendem Personalmangel – auf Teufel komm raus unverdrossen Lokomotivführer abbauen. Spätestens hier müssen jedem Interessenvertreter, egal ob Mitglied eines Betriebsrates oder Mandatsträger in einer Gewerkschaft, die Ohren klingeln. Aber was macht der Gesamtbetriebsrat (GBR)? Trotz ursprünglicher Ablehnung stimmte er den neuen Abbauzahlen in einer außerordentlichen Sitzung am 13. Februar 2017 ohne die Stimmen der GDL-Vertreter zu. Derselbe GBR, der noch vor wenigen Wochen „zu machtvollen Protestkundgebungen“ aufgerufen hatte und seinen Worten nun Taten folgen lassen könnte, lässt die wichtigen Fragen der Beschäftigten nach ihrer Zukunft unbeantwortet. Klar ist, dass der Arbeitgeber unverändert an den Abbauzahlen festhält, lediglich die Abwicklung wurde aus organisatorischen Gründen zeitlich gestreckt. Am stärksten betroffen sind Lokomotivführer, Disponenten und Planer: 350 in diesem Jahr und 600 im nächsten Jahr bis Jahresende 2018. Doch wie soll das Unternehmen wachsen, wenn die eigentlichen Leistungsträger wegrationalisiert werden? Der GBR hat in dieser Frage falsch entschieden. Mit seiner Zustimmung zum untauglichen Sanierungsprojekt ZuBA@DBCargo hat er den Personalabbau zementiert und einen unrühmlichen Beitrag zum weiteren Niedergang von DB Cargo geleistet.
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Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer • Baumweg 45 • 60316 Frankfurt am Main

Blickpunkt

Frankfurt am Main, 23. März 2017


FAE - EVG


Lass das mal die GDL machen...


Frei nach diesem Motto bekommt die EVG-Jugend den Anspruch und die Auszahlung der Fahrentschädigung (FAE) für Azubis mal eben so vom Arbeitgeber übertragen.


Die GDL war es, die in der Tarifrunde 2015/2016 durch den Abschluss des NachwuchskräfteTV und seine Wirkung auf die weiteren Tarifverträge der GDL den Anspruch auf die Zahlung der FAE für Azubis tarifiert hat. Seitdem kämpfen unsere Azubis um die Auszahlung und machen für jede Schicht die sie fahren, durch das Ausfüllen des Leistungszettels ihren Anspruch geltend.


Im Sommer 2016 teilte uns die EVG-Jugend in soziale Medien und persönlichen Gesprächen mit, dass die Azubis keinen Anspruch auf FAE hätten! Und dass auch unsere Tarifverträge falsch wären! Nun ja, so falsch kann das alles nicht gewesen sein, wo doch jetzt die EVG-Jugend ihren Azubis mitteilt, dass es einen Anspruch auf FAE gibt und einen vorgefertigten Antrag zur Geltendmachung fröhlich verteilt, welcher sich zudem auf Tarifstellen bezieht, die das Thema FAE für Azubis gar nicht beinhalten. Wir als GDL-Jugend freuen uns darüber, wenn unsere Erfolge auf ALLE Azubis angewandt werden können und unsere Arbeit geschätzt wird. VIELEN DANK!

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